By Marisa

Ausrüstung, PCT, Thruhike, Ultralight, Vorbereitung

Mein Kochsetup auf dem Trail: getestet von -8 bis +38 Grad

Beim Thema Kochen auf dem Trail denken viele zuerst an Hightech, Speziallösungen und hohe Kosten. Meine Erfahrung ist eine andere: Ein funktionierendes Kochsetup muss weder teuer noch kompliziert sein. Wichtig ist, dass es zuverlässig ist, leicht bleibt und unter realen Bedingungen funktioniert – und zwar nicht nur bei Sonnenschein.

Mein Setup habe ich bei Temperaturen von –8 °C bis +38 °C genutzt. Es ist simpel, leicht, günstig und seit vielen hundert Trailkilometern bewährt. Der Kocher selbst ist dabei mein absoluter Geheimtipp, was das Verhältnis aus Gewicht, Leistung und Preis angeht.

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Titantopf

Ich nutze einen Toaks Titantopf mit 900 ml* Fassungsvermögen. Für mich wären 750 ml das absolute Minimum, alles darunter schränkt die Essensauswahl unnötig ein – gerade bei Fertiggerichten oder Ramenbombs (hier werden die 750 ml schon schwierig).

Ein großer Vorteil:
In den Topf passt eine 230-g-Gaskartusche exakt hinein. Das spart Platz und sorgt für ein sauberes, kompaktes Packmaß im Rucksack.

Titan ist leicht, robust und absolut trailtauglich – auch wenn es beim Kochen etwas ungleichmäßig erhitzt. Für einfache Gerichte stört das jedoch nicht. Zudem kann man den Topf direkt vom Kocher nehmen, wenn man ihn an der oberen Kante anfasst, ohne sich zu verbrennen und direkt in den Pod Cozy stelle (siehe unten).


Löffel

Ich nutze den Toaks Titanlöffel SLV-11*. Kein Schnickschnack, kein unnötiges Gewicht. Der lange Stiel ist entscheidend, um auch aus tiefen Beuteln oder Töpfen zu essen und zu rühren, ohne sich die Finger zu verbrennen oder ständig alles einzusauen. Titan ist unempfindlich und praktisch unzerstörbar.


Pod Cozy

Ein Pod Cozy ist für mich eines der unterschätztesten Teile im Kochsetup. Die Idee ist simpel:
Ich nehme den Topf kurz vor Ende der Kochzeit vom Kocher und stelle ihn in den Cozy. Das Essen gart fertig, bleibt lange warm – und ich verbrauche deutlich weniger Gas.

Mein Cozy ist DIY:

  • Material: dünner Schaumstoff z.B. aus einer Mainboard-Verpackung (ca. 5 mm stark)
  • Beidseitig mit Rettungsdecke beklebt
  • So wenig Klebeband wie möglich → weniger Gewicht

Vorteile:

  • geringerer Gasverbrauch
  • Essen bleibt länger warm, auch beim Essen
  • Topf kann direkt auf den Oberschenkeln abgestellt werden
  • keine Mehrkosten

Kocher

Der BRS-3000T Kocher* ist für mich für mich unschlagbar, wenn es um Gewicht–Preis–Leistung geht.
Denn er ist:

  • extrem leicht und klein
  • sehr günstig
  • erstaunlich leistungsstark

Natürlich ist er kein Sturmkocher und kein Highendgerät. Der Topf steht etwas wackelig, da die Kocher eine kleine Aufstellfläche hat. Die Flamme erhitzt den Topf nur relativ punktuell. Aber wenn man weiß, was man tut, funktioniert er zuverlässig – selbst unter nicht idealen Bedingungen. Bei Gerichten mit wenige Flüssigkeit sollte man das Essen kontinuierlich umrühren um ein Anbrennen zu verhindern.


Windschutz

Um unter widrigen Bedingungen besser zu kochen und noch mehr Gas zu sparen, nutze ich einen DIY-Windschutz.

So mache ich ihn:

  • Ein Stück Alufolie, etwas größer als der Kocher
  • Kanten umfalzen, um Stabilität zu erzeugen
  • Auf das gewünschte Packmaß zusammenfalten

Der Vorteil: schnell, leicht, günstig.
Der Nachteil: begrenzte Lebensdauer.

⚠️ Wichtiger Hinweis:
Alufolie ist brennbar. Ich habe meinen ersten Windschutz verloren, weil ich ihn zu nah am Kocher positioniert habe. Also immer mit Abstand arbeiten und den Kocher im Blick behalten.


Gasverbrauch

Ich nutze ganz normale 100-g-Gaskartuschen.
Mit meinem Setup reicht eine Kartusche etwa eine Woche, bei:

  • 1 warmem Gericht pro Tag
  • Das Essen wird dabei zum Kochen gebracht und dann auf niedrigster Stufe gerade so am Kochen gehalten bis es fertig ist (5 bis 12 min)

Das funktioniert selbst bei Minusgraden erstaunlich zuverlässig – solange man halbwegs windgeschützt kocht.


Fazit

Mein Kochsetup zeigt:
Man braucht kein teures Equipment, um auf dem Trail gut versorgt zu sein. Entscheidend sind Funktionalität, Einfachheit und Erfahrung. Jeder Gegenstand erfüllt mehrere Zwecke, nichts ist unnötig – und alles hat sich unter echten Bedingungen bewährt.

Weniger Technik, mehr Trail.

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